Frankfurt: 2000 neue Arbeitsstellen durch die EZB

2000 neue Arbeitsstellen, so könnte die Realität innerhalb der nächsten vier Jahre aussehen, wenn die Europäische Zentralbank den Empfehlungen eines in Auftrag gegebenen Gutachtens Folge leistet. Bereits im Dezember letzten Jahres hatten sich die Finanzminister der EU darauf geeinigt, eine zentrale Bankenaufsicht für die gesamte Euro-Zone einzurichten, um gegen eine Ausweitung bereits existierender sowie neue Finanzkrisen besser vorgehen zu können.

Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt© wikipedia.org / User: ArcCan – Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt

Zwar gibt es neben den nationalen Aufsichtsbehörden aller Länder bereits die Europäische Bankenaufsicht (Eba) mit Sitz in London, doch diese verfügt über zu wenige Kompetenzen, um wirklich eingreifen zu können. Der Dezember-Beschluss soll hier nun Abhilfe schaffen.

EZB soll die zentrale EU-Bankenaufsicht übernehmen

Laut bisherigem Beschluss sollen künftig alle Geldinstitute der EU mit einem Bilanzvolumen von mehr als 30 Milliarden Euro von einer zentralen Stelle aus kontrolliert werden. Von den derzeit rund 6000 existierenden europäischen Geldhäusern beträfe dies etwa 200. Da für jede dieser 200 Banken zukünftig von der EZB acht bis zehn Kontrolleure eingesetzt werden müssten, entsteht laut interner Studie ein zusätzlicher Personalbedarf von knapp 2000 neuen Mitarbeitern – und das ab dem 01. März 2014, berichtet auch die Frankfurter Rundschau.

Berichten der Financial Times zufolge, kommen diese Studienergebnisse jedoch lediglich einer Empfehlung gleich, haben aber keinen bindenden Charakter. Marcus Ferber, Europaabgeordneter der CSU sagte dazu beispielsweise, dass schon durch ein Anheben der Bilanzsumme (orientiert an den Basel-III Richtlinien) die Zahl der systemrelevanten Banken und im Zuge dessen auch die Anzahl der benötigten Mitarbeiter sofort erheblich sinken würde.

Ein erster Schritt in Richtung Bankenunion

Die zentrale Bankenaufsicht der EZB ist in diesem Zusammenhang nur ein erstes, mögliches Teil-Element. Die Vision einer wirklichen Vereinigung der großen EU-Geldinstitute zu einem Zweckverbund beinhaltet außerdem die Verantwortung für Sicherungseinlagen, sowie das Einrichten und Verwalten eines gemeinsamen Rettungs- oder Abwicklungsfonds (auch „Bankenstabilisierungsfonds“ genannt) für gescheiterte Banken. Doch schon jetzt erheben sich im Rahmen des neuen Auftrags der EZB mahnende Stimmen, die vor möglichen Interessenkonflikten zwischen den kontrollierenden und geldpolitischen Aufgaben warnen. Es bleibt also spannend, wie es rund um die EZB als neue Superaufsicht weitergeht.

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