Schwarzarbeit: Frankfurter Zoll nimmt Reinigungsfirma hoch

Schwarzarbeit gilt auch heute noch bei vielen Menschen als eine Art Kavaliersdelikt. Der deutsche Staat sieht dies hingegen ganz anders. Zunehmend gehen ganze Polizeieinheiten auf die Suche, nach der organisierten Schwarzarbeit. Diese kostet den Staat immerhin jedes Jahr eine ganze Menge Geld, da die zu zahlenden Steuerbeträge, durch die nicht angemeldete Arbeit nicht gezahlt werden. Das Bemühen Staates solche Steuersünder ausfindig zu machen, hat sich erst vor kurzem bei uns in Frankfurt gezeigt.

Frankfurt am Main - Messe© pixabay.com / akufersoft – Messe in Frankfurt am Main

Schwarzarbeit im großen Stil

Das Hauptzollamt Frankfurt dürfte aktuell besonders zufrieden mit seiner Leistung sein. Den Beamten gelang es in einer hier ansässigen Reinigungsfirma Schwarzarbeit, im ganz großen Stil aufzudecken. Der Inhaber der Reinigungsfirma beschäftigte insgesamt ganze 236 Arbeitnehmer.

Schwarzarbeiter aus Osteuropa

Diese hatten unterschiedliche Staatsangehörigkeiten, wobei sie fast ausschließlich von Osteuropa nach Deutschland gekommen waren, um hier Geld zu verdienen. Die Reinigungsarbeiten, die sie durchführten fanden hauptsächlich in Hotels statt. Hierfür ist jedoch eine EU-Arbeitsgenehmigung erforderlich. Diese konnte keiner der Angestellten vorweisen.

Unter dem Deckmantel der Scheinselbstständigkeit

Außerdem war es für die Hotelbetreiber nicht ersichtlich, dass es sich bei den Reinigungskräften um Angestellte handelte. Bei ihren Tätigkeiten traten diese nämlich immer im Schein der Selbstständigkeit auf. Erst eine Nachforschung ergab, dass es sich hierbei um so genannte Scheinselbstständige handelte. Die Täuschung war somit beabsichtigt, um die Schwarzarbeit der Angestellten verbergen zu können.

Schaden und Strafverfolgung

Der Schaden der dadurch entstanden ist, beläuft sich auf stattliche 780.000 Euro. Das Frankfurter Landgericht bestrafte dieses Vorgehen des Inhabers der Reinigungsfirma mit einer Freiheitsstrafe auf Bewährung von insgesamt zwei Jahren.

Die Dreistigkeit kennt kaum Grenzen

Lentz GruppeWer Angestellte schwarz beschäftigt, hat mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Dies gilt allerdings auch für Angestellte, die neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit, noch einer Schwarzarbeit nachgehen. Wirtschaftsdetektiv Marcus Lentz betreibt eine eigene Detektei mit Sitz in Frankurt, um genau solchen Steuersündern auf die Spur zu kommen. Zwei seiner abstrusesten Fälle hat Herr Lentz der Bild-Zeitung geschildert.

Im letzen Jahr hatte die Detektei in Hamburg einen Fall, bei dem der Verdacht bestand, dass ein Mitarbeiter eines Bauunternehmens die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall schamlos ausgenutzt hatte. Der Mitarbeiter meldete sich dabei zwar krank und gab an unter sehr schweren Rückenproblemen zu leiden. Jedoch ermittelte die Detektei schnell, dass er trotzdem in der Lage dazu war, drei Tage lang die 80 qm große Terrasse seiner Schwiegereltern zu renovieren. Allerdings blieb abschließend noch zu klären, ob es sich dabei um strafbare Schwarzabreit oder nur Familienhilfe handelte.

Bei einem Fall in Frankfurt, der ebenfalls von der Detektei von Herr Lentz übernommen wurde, konnte eine Schwarzarbeit jedoch eindeutig nachgewiesen werden. Dabei meldete sich die Chefsekretärin einer Autovermietung krank. Während ihrer Krankschreibung betrieb sie jedoch fast zwei Jahre lang recht erfolgreich einen mobilen Hundesalon. Neben der fristlosen Kündigung wurde die Sekretärin auch wegen Lohnfortzahlungsbetrug angezeigt.

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